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Bürobetrieb in Zeiten der Corona-Krise – Was können wir lernen?

Dr.-Ing. Klaus Siekmann (links) ist Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz und Mitbegründer der mittlerweile seit über 30 Jahren erfolgreich tätigen Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann + Partner mbH. Die Kernkompetenz des Unternehmens in Thür liegt in der (Ab)Wasserinfrastruktur sowie in den Bereichen Sturzflut- und Hochwasservorsorge, Verkehrsanlagen, Städtebau und Raumplanung, Geoinformationssysteme und Vermessung. 2019 übergab Siekmann die Geschäftsführung an seinen Sohn und Nachfolger Dr.-Ing. Thomas Siekmann.

In den Büros ist es ruhig geworden, wenige Baustellentermine, kaum Mailverkehr und Telefonate. Die Büroräume sind nur noch einzeln belegt, viele nutzen das Home-Office, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Hätte man im letzten Jahr diese Situation vorhergesagt, wäre man für verrückt erklärt worden. Selbst bei den ersten Corona -Fällen in China herrschte bei uns die Meinung vor, dass dieses Szenario bei uns nicht möglich sei. Weit gefehlt!

Im Vergleich zu anderen Branchen ist die Situation in den Ingenieurbüros derzeit zwar angespannt, aber glücklicherweise – zumindest aktuell – noch beherrschbar. Dies ist nicht zuletzt auf die gute Auftragslage vor Ausbruch der Corona-Krise zurückzuführen, die es erlaubt einen gewissen Zeitraum wirtschaftlich zu überbrücken. Selbstverständlich ist hier Kreativität und Flexibilität der Unternehmensführung, aber auch eine Anpassung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die besondere Situation gefordert.

Alles Jammern hilft an dieser Stelle nicht weiter. Nutzen wir die derzeitige Situation daher als Chance. Vielfältige Möglichkeiten bieten sich hierzu an, die durchaus auch unseren Ideenreichtum herausfordern. Eine standortübergreifende Zusammenarbeit der Teams gehört bei den Büros bereits zum Alltag. Durch Homeoffice kommen in diesen Tagen weitere Satelliten hinzu. Die räumliche Entfernung der handelnden Personen setzt neben der eigentlichen Einbindung in die EDV-Infrastruktur voraus, die Kommunikationsmöglichkeiten untereinander den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Gespräche werden durch Telefonkonferenzen ersetzt. Die heutigen digitalen Möglichkeiten erlauben darüber hinaus, auch Planunterlagen mit Auftraggebern bzw. Kollegen visuell abzustimmen. Diesbezüglich wird für die kommenden Wochen (Monate?) essenziell sein, auch mit unseren Kunden und Partner über digitale Medien weiter zu kommunizieren, um Projekte am Laufen zu halten. Einige Weiterentwicklungen der digitalen Infrastruktur sind speziell der derzeitigen Situation geschuldet.

Ein positiver Nebeneffekt: Reisen durch die Republik werden vermieden, die Umwelt hierdurch deutlich entlastet.

Der Projektstau, nicht zuletzt durch Fachkräftemangel verursacht, kann reduziert werden. Projekte, die bereits länger in Bearbeitung sind, können abgeschlossen werden.

Im Vorgriff auf zukünftige Arbeitsschwerpunkte kann in ruhigeren Zeiten die Weiterbildung vorangetrieben werden. Dies gilt insbesondere für die jüngeren Ingenieurinnen und Ingenieure, die mit Unterstützung der erfahrenen Mitarbeiter in neue Aufgabengebiete eingearbeitet werden können. Aber auch die jungen können ihr Wissen an die erfahrenen Kräfte weitergeben; hier sei beispielsweise BIM genannt.

Auch Aufräumen ist angesagt! Nach den zurückliegenden hektischen und arbeitsreichen Jahren kann die jetzige Zeit hierfür genutzt werden. Ein wesentlicher Arbeitsprozess ist hierbei das Archivieren, sowohl analog als auch digital.

Die gesamte Büroorganisation sollte jetzt auf den Prüfstand gestellt werden, insbesondere auch vor dem Hintergrund um zum Zeitpunkt 0, nach der Corona-Krise, voll durchstarten zu können.

Not schweißt zusammen! Diese Erfahrung machen wir in diesen Tagen. Man rückt enger zusammen und sucht gemeinsam nach Lösungen.

Wir sind überzeugt, dass es uns vereint gelingen wird, diese Krise zu überwinden. Wir hoffen jedoch auch auf einen Lerneffekt – etwas mehr Demut täte uns gut!

Dr.-Ing. Klaus und Dr.-Ing. Thomas Siekmann
Ingenieurgesellschaft
Dr. Siekmann + Partner mbH