talkING – Besichtigung des Megaprojektes US-Klinikum Weilerbach
Am 15. Juni lud die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz ihre Mitglieder zu einer der nur selten möglichen Besichtigung des Bauprojektes „US-Klinikum Weilerbach“ ein.
Der Neubau wird durch den Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), für die U.S.-Streitkräfte geplant und errichtet. Für das Vorhaben ist das Amt für Bundesbau (ABB) verantwortlich und führt die Fachaufsicht. Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) wurde mit der Ausführung beauftragt und hat eine Niederlassung Weilerbach eingerichtet.
Bevor die Führung über das Gelände startete, wurden die Mitglieder seitens der Mitarbeiter des LBB in einen Vortrag über das umfassende Bauprojekt, dessen Gesamtkosten sich auf 1,85 Milliarden US-Dollar belaufen werden, umfassend informiert: 2014 wurde mit der Rodung des Waldgebietes gestartet, um Platz für das spektakuläre Großprojekt zu schaffen. Im Anschluss wurden von 2014 bis 2022 umfassende Infrastrukturmaßnahmen getätigt. Dazu zählt beispielsweise die Errichtung des Zugangskontrollpunktes (ACP-Access Control Point) und der Neubau einer Brücke über die Landstraße L 369. Insgesamt wurden 680.000 m³ Erdmassen bewegt.
Im Jahr 2022 konnte mit dem Rohbau des Klinikgebäudes begonnen werden. Die Klinik beinhaltet zukünftig ein Ärztezentrum, das 67 Fachabteilungen umfassen wird. Insgesamt wird der Bau, einschließlich der Parkhäuser und Energieversorgungszentren 190.000 m² umfassen, die Bruttogeschossfläche 120.000 m² betragen. Im vorderen Trakt, dem Ärztezentrum werden 40 Behandlungsbereiche mit ambulanter Versorgung entstehen. Das stationäre Krankenhaus wird über neun OP-Säle und 68 Betten in Einzelzimmern verfügen.
Nach einem Vortrag über die wichtigsten Fakten zur Planung und dem Bau des US-Militärkrankenhauses konnten die Mitglieder der Kammer das bereits fertiggestellte Mustergebäude besichtigen, das einen Einblick in die zukünftigen Räume der Klinik, inklusive einem OP-Saal bot.
Anschließend ging es für die Teilnehmer zur Besichtigung des Rohbaus des Klinikums. Die Fassade in Wellenform fällt direkt auf, sobald man sich dem Gebäude nähert und soll eine wehende Flagge symbolisieren. Die Fassade des Krankenhauses ist aus Naturstein gefertigt, die Fensterelemente sind 3-fach verglast und wiegen 400 Kilo, da sie sowohl Wärme- und Schallschutzvorgaben als auch Schutz bei Explosionen bieten müssen. Auch die Dimensionen im Inneren sind beeindruckend: Das Gebäude ist viergeschossig bei einer Deckenhöhe von rund 4,60 Metern, um die umfangreiche Technik in einem Zwischenboden unterzubringen. Die Deckenstärke beträgt dabei 32 cm. Über 200 Ingenieure sorgen Tag für Tag für einen reibungslosen Ablauf auf der Baustelle. Im Inneren des Gebäudes befinden sich Taktsteuertafeln mit genauen Zeit- und Übersichtsplänen, auf denen der LEAN-getaktete Baufortschritt akribisch dokumentiert und jederzeit einsehbar ist.
Der Bau des US-Klinikums und aller Nebengebäude soll bis 2029 fertiggestellt sein, bisher liegt der Baufortschritt weitgehend im Zeitplan. Zukünftig soll das neue US-Militärkrankenhaus das nicht mehr sanierbare Hospital in Landstuhl (Landstuhl Regional Medical Center, LRMC) sowie die Klinik der Air Force auf der Air Base ersetzen und nicht nur 50.000 US Militärangehörigen, sondern auch 200.000 Soldatinnen und Soldaten, die ihren aktiven Dienst in Europa, dem Nahen Osten und Afrika leisten, versorgen.
Nach der Baustellenführung kehrten die Kammermitglieder in das Hofcafé Langenfelder Hof im benachbarten Mackenbach ein, um sich bei leckerem Essen und Trinken auszutauschen und den Nachmittag gemütlich ausklingen zu lassen.
Maike Feddern
Referentin PR & Marketing
