Wirtschaftliche Situation der deutschen Architektur- und Ingenieurbüros 2025 zeichnet differenziertes Bild: Gestiegener Gesamtumsatz bei häufig rückläufigen Gewinnen

Symbolbild: Canva

In einer bundesweiten Befragung im April und Mai 2025 wurden Ingenieur- und Architekturbüros zur wirtschaftlichen Lage der Planungsbranche befragt. An der Online-Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft, die im Auftrag der Planerorganisationen AHO, BAK, VBI und BIngK durchgeführte wurde, beteiligten sich rund 2.500 Büros. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden waren Ingenieurunternehmen und rund ein Drittel Architekturbüros. Die Befragung liefert valide Daten zur wirtschaftlichen Situation.

Die Umfrage beleuchtet die betriebswirtschaftliche Lage der Büros im Hinblick auf Leistungs- und Kostenstruktur, Auftragsbestand und Personal. Untersucht wurden auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Im Ergebnis zeigt sich ein differenziertes Bild, wobei die Architekturbüros sich in einer angespannteren wirtschaftlichen Situation sehen als die Ingenieurbüros.

Gewinne gehen zurück: Sowohl Ingenieur- als auch Architekturbüros konnten ihre Gesamtleistung in den vergangenen Jahren nominal und real steigern. Aktuell erzielen allerdings nur noch rund 84 Prozent der Büros einen Gewinn, im vergangenen Jahr waren es dagegen noch knapp 97 Prozent. Gemessen am absoluten Umsatz sind die Planungsunternehmen der Ingenieure im Schnitt deutlich größer als die der Architekten und der durchschnittliche Büroumsatz pro Kopf liegt höher als in Architekturbüros.

Auftragsbestand der Ingenieurbüros wächst: Knapp 40 Prozent aller befragten Büros geben einen rückläufigen Auftragsbestand in den vergangenen sechs Monaten an. Vor diesem Hintergrund bewerten die Unternehmen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als befriedigend (Schulnote 2,9). Allerdings geben die Ingenieurplaner tendenziell einen gleichbleibenden (38,5 %) bis zunehmenden Auftragsbestand (knapp 27 %) an. Hier sind es vor allem die Bereiche der Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen sowie Fachplanung der technischen Ausrüstung oder Vermessung, die Auftragszuwächse verzeichnen.

Personalstruktur: Auf Basis der Angaben zur Personalstruktur wurde der Gemeinkostenfaktor ermittelt. Demnach müssen die Planungsbüros durchschnittlich das 2,1fache des internen Verrechnungssatzes der Projektmitarbeitenden erwirtschaften, um die büroweiten Gemeinkosten zu decken. Befragung zur wirtschaftlichen Situation der deutschen Architektur- und Ingenieurbüros 2025.

Fachkräftemangel hemmt Wachstum: Sowohl Ingenieur- als auch Architekturbüros sind auf hochqualifizierte Fachkräfte dringend angewiesen. In beiden Gruppen – insbesondere bei den Ingenieurunternehmen – übersteigt die Nachfrage nach Personal jedoch das verfügbare Angebot an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern.

Rahmenbedingungen: Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung eines wirtschaftlichen Abschwungs sowie steigender regulatorischer und bürokratischer Anforderungen. In der Folge ziehen sich Genehmigungsverfahren häufig über Jahre hin. Die Bereitstellung erforderlicher Unterlagen ist zudem mit erheblichem zeitlichen Aufwand verbunden.

Die Befragung liefert im Ergebnis wertvolle Hinweise zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation von Ingenieur- und Architekturbüros. Sie verdeutlicht, in welchen Bereichen gezielte Maßnahmen erforderlich sind, um die wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern. Die hohe Beteiligung sowie die Vielzahl detaillierter Rückmeldungen unterstreichen das große Interesse an einer transparenten Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage und führen zu belastbaren Ergebnissen.

Hier können die kompletten Detailergebnisse der Umfrage eingesehen werden.

AHO: Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung
BAK: Bundesarchitektenkammer
VBI: Verband Beratender Ingenieure BIngK: Bundesingenieurkammer

Quelle: Bundesingenieurkammer

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