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Energieeffizienz mit der KfW finanzieren

KfW-Förderprogramme sind allgemein bekannt; in Bezug auf Finanzierung, Antragstellung und die Rolle des Energieberaters müssen jedoch viele Dinge beachtet werden. Deshalb lud die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz am 18. Mai 2015 interessierte Kammermitglieder zu einer Informationsveranstaltung in die Konferenzräume in Mainz ein. 

Markus Merzbach, Abteilungsdirektor der KfW-Förderbank referierte vor zahlreichen Interessierten über KfW-Förderprogramme und Änderungen im Energieeffizienzprogramm, über die administrative Abwicklung der KfW-Förderanträge sowie über Stolperfallen und Fehlerquellen, die man kennen und vermeiden sollte. Er gab Tipps und Hilfestellungen für den Energie-Berater und erläuterte dessen Haftungsumfang.

Zunächst erhielten alle Energieberater die wichtige Information, dass es seit dem 1.07.2015 neue und Änderungen in den Förderprogrammen gibt, die Sie unter  www.kfw.de einsehen und herunterladen können. Spezielle Informationen für Architekten, Bauingenieure und Energieberater finden Sie unter: www.kfw.de/partner/KfW-Partnerportal/Architekten-Bauingenieure-Energieberater/index.jsp.

Weitere Änderungen in den Förderprogrammen sind ab 1.04.2016 vorgesehen. So soll beispielswiese  der Förderstandard "KfW-Effizienzhaus 70" entfallen und dafür "KfW-Effizienzhaus 40 Plus" hinzukommen. Für den Standard KfW-Effizienzhaus 55 soll ein vereinfachter Nachweis gelten.

Es sei deshalb anzuraten, sich stets vor Beginn der Maßnahme über gerade gültige Förderprogramme zu informieren. Denn Förderanträge müssen i. d. R.   vor  dem Start der Maßnahme gestellt werden. Eine Ausnahme sei hier zu beachten: Beim „Ersterwerb“ einer Immobilie ist auch noch 12 Monate nach Erwerb eine Sanierung mit Fördergeldern möglich. Antragsberechtigt sei hier jeder „Investor“, Förderantragstellender muss jedoch ein in der DENA-Liste eingetragener Energieberater sein.

Der Schwerpunkt der Förderungsmöglichkeiten liegt beim Sanieren von Bestandsgebäuden einschließlich  altersgerechter An- und Umbaumaßnahmen. Neu ist die Förderung für Nichtwohngebäude, gewerbliche und kommunale Gebäude. Die verschiedenen Programme sind kombinierbar, allerdings muss der Antragsteller für die „Gewerblichen Programme“ Energieberater nach EnEV § 21 sein, was eine Ingenieurausbildung voraussetzt. Bislang gibt es für diese Energieberater noch keine verbindliche DENA-Listeneintragung. Das  Eintragungsverfahren solle jedoch in Kürze erweitert werden.

Abschließend wurde das Thema der Haftung des Energieberaters rege diskutiert. Grundsätzlich sei dies ein „privatrechtliches“ Thema, da die KfW stichprobenartig kontrolliert, ob die Förderantragsunterlagen richtig sind, die Maßnahmen richtig umgesetzt worden sind und Energieeffizienzwerte realisiert wurden. Bei Fehlern und Nichteinhaltung werden die Fördergelder gestrichen, so dass dem „Investor“ ein enormer Schaden entstehen kann, für den aber der Energieberater haftet. Ebenso haftet der Energieberater für Folgeschäden, wenn das Objekt beispielsweise vermietet oder verkauft wird.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der Energieberater eine Beauftragung ohne  Objektüberwachung nicht akzeptieren sollte! Denn nur so kann er die Umsetzung der energetischen Baumaßnahmen gemäß Förderantrag sicherstellen. Abschließend sei darauf hingewiesen, dass der Energieberater sicherstellen muss, dass Leistungen zur  „Energieberatung für KfW Förderanträge“ auch in der Berufshaftpflichtversicherung enthalten sein müssen.

Die Veranstaltung fand großen Anklang bei den teilnehmenden Ingenieuren. Wir bedanken uns sehr herzlich beim Referenten der KfW-Förderbank, Markus Merzbach, der Rede und Antwort stand und für eine anregende Diskussion sowie einen wertvollen Erfahrungsaustausch sorgte.