Die Rolle der Vermessung beim Thema BIM

Beim Building Information Modeling (BIM) geht es darum, durch eine umfassende genaue Planung Fehler zu vermeiden. Des Weiteren sollen durch ständige Überwachung des Baufortschritts eventuell auftretende Fehler frühzeitig erkannt und beseitigt werden.

Ausgangspunkt jedes Planens und Bauens sind nach wie vor Lagepläne. Diese sollen das Baugrundstück oder den Altbestand in Lage und Höhe genau abbilden. Grundlage für die Grundstücksgrenzen ist das Amtliche Liegenschaftskataster.

Flurkarten sind, insbesondere in alten Ortskernen, auch wenn sie in digitaler Form vorliegen, oft sehr ungenau. Die Abweichungen können im Bereich von mehreren Dezimetern bis hin zu Metern liegen, obwohl sich Maße in der digitalen Karte auf Millimeter genau ausgeben lassen!

Sowohl beim Bauen im Bestand, als auch bei Neubauten, ist die Überprüfung und Wiederherstellung ggf. eine erstmalige Feststellung und Abmarkung der Grenzen erforderlich.

Da es sich bei Grenzfeststellungen um anfechtbare Verwaltungsakte handelt, ist hierfür sicherheitshalber ein realistischer zeitlicher Puffer einzuplanen.

Nach Rechtskraft der Grenzfeststellung müssen die Lage-Koordinaten der Grenz- und Gebäudepunkte von den jeweiligen Landessystemen wie GK oder UTM in ein örtliches System überführt und überprüft werden. Dann ist zu klären, welcher Höhenbezug dem Lageplan zu Grunde gelegt werden soll. Erst danach kann das Baugrundstück oder der Bestand erfasst werden.

Die Vermessung selbst kann, wie bisher üblich Polar, mit UAVs oder mit Scanner durchgeführt werden; dabei sind jedoch die vorgegebenen Genauigkeitsvorgaben einzuhalten.

Die so erzeugten dreidimensionalen Daten müssen mit Ihren Fachinformationen in ein CAD-System eingelesen, bearbeitet und in einem BIM-tauglichen Format abgegeben werden.

Umgekehrt müssen die von den Architekten und Planern eingefügten Planungen im „BIM“-Format eingelesen, überprüft und weiterverarbeitet werden können.

Ein weiteres wesentliches Merkmal des BIM-Planungsprozesses ist, dass während der Bauphase gebaute Bauteile ständig durch baubegleitende Überwachungsmessungen kontrolliert werden. Nur dadurch kann eine plankonforme Umsetzung der Baumaßnahmen gewährleistet werden.

Durch die regelmäßige Bestandserfassung entsteht eine umfassende Bestandsdokumentation, welche als Grundlage für weitere Anwendungen im Facility Management (FM) oder ganz einfach zur Wohn- und Nutzflächenermittlung herangezogen werden kann.

Die Vermessung ist zu Beginn und während der Bauphase ein wesentlicher Verfahrensbaustein beim Building Information Modeling.

Grenzwiederherstellungen und Grenzfeststellungen dürfen nur von Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurinnen und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren, sowie von sonstigen staatlichen Vermessungsstellen durchgeführt werden.