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40 Jahre Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz

Wer in diesem Jahr Geburtstag hatte, musste leider auf die große Party verzichten. Auch die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz hat es erwischt: Im Oktober 2020 wollten wir das 40. Kammerjubiläum im Rahmen eines großen Symposiums und mit vielen Gästen aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben zelebrieren. Doch aufgeschoben ist keinesfalls aufgehoben! Wenn die gesundheitliche Gefahr überwunden und größere Veranstaltungen wieder erlaubt sind, feiern wir umso prächtiger – seien es nun 40 + 1 oder 40 + 2 Jahre.

Bis dahin nutzen wir die Zeit, um auf die Kammergeschichte zurückzublicken und zelebrieren die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 40 Jahre digital. Wie haben wir angefangen? Wofür stehen wir? Was haben wir erreicht und wo möchten wir noch hin? Diese Fragen gilt es zu beantworten.

 

Wie alles begann

Im Juli 1968 kamen fünf Ingenieure in Mainz zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen mit dem Ziel, eine Berufskammer für Beratende Ingenieure in Rheinland-Pfalz zu gründen. Nach mehrjähriger Vorarbeit und diversen Bemühungen beim rheinland-pfälzischen Landtag trat am 1. Januar 1979 schließlich das „Landesgesetz über die Berufsordnung und die Kammer der Beratenden Ingenieure“ – kurz Ingenieurkammergesetz - in Kraft.

Die Wege für die Errichtung der Kammer und einer entsprechenden Geschäftsstelle waren nun frei und am 25. April 1980 läutete die erste Mitgliederversammlung der Beratenden Ingenieure im Mainzer Hilton Hotel unter dem Präsidenten Dipl-Ing. Heinz Müller die offizielle Geburtsstunde der Kammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts ein. 40 Jahre, vier Präsidenten und rund 1900 Mitglieder später ist aus der kleinen Kammer der Beratenden Ingenieure eine bundesweit anerkannte berufsständische Vertretung aller Ingenieurinnen und Ingenieure in Rheinland-Pfalz geworden.

Eine der ersten Mitgliederversammlungen der Kammer der Beratenden Ingenieure im Jahr 1980.

Gründungspräsident Heinz Müller (rechts) und damaliger Vizepräsident Heinz Balzer.

Die Präsidenten

Gründungspräsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz war Dipl.-Ing. (FH) Heinz Müller. Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten Dipl.-Ing. Heinz Balzer bildete er von 1980 bis 1995 die Spitze des Kammervorstandes.

Anschließend übernahm Dipl.-Ing Heinz Balzer das Ehrenamt des rheinland-pfälzischen Kammerpräsidenten, führte die Kammer jedoch nur wenige Monate bis zu seinem plötzlichen Tod am 5. Dezember 1996. 

Am 18. April 1997 wählte die Vertreterversammlung Dr.-Ing. Hubert Verheyen zum neuen Präsidenten, der die Geschicke der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz insgesamt 13 Jahre leitete.

Seit dem 20.05. 2010 führt Präsident Dr.-Ing. Horst Lenz die Ingenieurkammer gemeinsam mit der Vizepräsidentin Dipl.-Ing (FH) Wilhelmina Katzschmann und Vizepräsident Dr.-Ing Uwe Angnes sowie den Vorstandskollegen Dipl.-Ing. (FH) Peter Strokowsky, Dr.-Ing. Klaus Siekmann, Dipl.- Ing. (FH) Ernst Storzum und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Muth. Ziel des amtierenden Vorstands: Eine moderne Kammer, die das Ingenieurwesen zeitgemäß – auch im Sinne des Nachwuchses - vertritt und fördert, im Dienste ihrer Mitglieder steht und entsprechend klare Position zu berufspolitischen Themen und Entscheidungen bezieht.

Die Aufgaben

Die rheinland-pfälzischen Ingenieurinnen und Ingenieure brauchen eine starke Vereinigung, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt, fördert und vertritt. Diese Aufgabe übernimmt die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Seit nunmehr 40 Jahren steht sie den Ingenieurinnen und Ingenieuren aus Bauwesen und Bauwirtschaft, Industrie, Verbänden und Privatwirtschaft, den Freien Berufen und öffentlichem Dienst zur Seite.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts vertreten wir die Interessen von rund 2000 Mitgliedern gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit und geben auf diesem Weg wichtige Impulse für alle Themen und berufspolitische Entscheidungen rund um den Ingenieurberuf. Wir sprechen für Ingenieurinnen und Ingenieure in Rheinland-Pfalz und gestalten so aktiv die Infrastruktur unserer Gesellschaft mit.

Aufsichtsbehörde ist das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz. Rechtliche Grundlage ist das Ingenieurkammergesetz (IngKaG), das vom rheinland-pfälzischen Landtag verabschiedet wurde.

Eine der wichtigsten Errungenschaften der Kammer ist die Einführung der geschützten Berufsbezeichnung „Beratender Ingenieur“ und eine Reihe von Listen und Verzeichnissen, die regeln, wer welche Ingenieurstätigkeiten durchführen darf. Beides stellt eine unverzichtbare Voraussetzung zur Qualitätssicherung im Bauwesen dar und dient vor allem dem Verbraucherschutz. Beratende Ingenieure sowie in gesetzliche Listen eingetragene Ingenieurinnen und Ingenieure sind Pflichtmitglieder der Kammer. Freiberuflich tätige, angestellte, verbeamtete und gewerblich tätige Ingenieurinnen und Ingenieure werden als freiwillige Mitglieder geführt. Darüber hinaus haben wir das Netzwerk Young Professionals für Studierende und Berufseinsteiger ins Leben gerufen. Die Kammer steht im Dienste ihrer Mitglieder und bietet ihnen ein umfassendes Informations- und Serviceangebot – tagesaktuell und auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten.

Die Kammerorgane

Die Ingenieurkammer wird von vier essentiellen Organen getragen: der Vertreterversammlung, dem Vorstand, dem Eintragungsausschuss sowie dem Ehrenausschuss.

Alle fünf Jahre wählen die Mitglieder der Kammer Vertreter, die in regelmäßigen Abständen – mindestens jedoch einmal jährlich - zu einer Vertreterversammlung zusammenkommen. Jedes Mitglied hat die Berechtigung, sich zur Wahl in die Vertreterversammlung aufstellen zu lassen, die als Gremium der Ingenieurkammer fungiert. Als demokratisches Organ wählt sie unter anderem den Vorstand, bestehend aus einer Präsidentin oder einem Präsidenten, zwei Vizepräsident(inn)en und vier weiteren Vorstandsmitgliedern.

Der ehrenamtlich tätige Vorstand führt die Geschäfte der Ingenieurkammer und kann eine(n) Geschäftsführer(in) bestellen. Der Präsident, oder im Verhinderungsfall ein(e) Vizepräsident(in), vertritt die Kammer gerichtlich und außergerichtlich.

Der Eintragungsausschuss entscheidet als Organ, wie der Name schon verrät, vor allem über die Eintragung von Mitgliedern in diverse gesetzliche Listen und Verzeichnisse. Hier wird bei jedem Mitglied sehr genau geprüft, ob alle Voraussetzungen für die gewünschte Eintragung ordnungsgemäß erfüllt sind bzw. ob begründete Tatsachen für eine Pflichtmitgliedschaft von in Rheinland-Pfalz tätigen Ingenieur(innen) vorliegen. Auf der anderen Seite entscheidet der Ausschuss auch bei Widersprüchen gegen Löschungen von Mitgliedern, die die Kammer vollzogen hat.

Der Ehrenausschuss ist das vierte Organ der Kammer. Dessen Mitglieder werden von der Vertreterversammlung gewählt. Er entscheidet bei Verletzungen der Berufspflichten und bei berufsunwürdigem Verhalten eines Mitglieds in einem Ehrenverfahren über Verweise und Geldbußen bis hin zur Löschung.

Die Ehrenamtlichen der Kammer werden tatkräftig von dem aktuell elfköpfigen Team der Geschäftsstelle unterstützt, deren oberstes Gebot der Service für die Mitglieder ist.

Unsere Ziele

  • Die Wahrnehmung der Ingenieurinnen und Ingenieure als Gestalter der modernen Zivilisation in der breiten Öffentlichkeit weiterhin stärken
  • Für die Erhaltung und Stärkung von kleinen und mittelständischen Ingenieurbetrieben, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen rund um die HOAI – eintreten
  • Die Qualität von Ingenieurleistungen im Sinne des Gesetzgebers und zum Schutz der Verbraucher fördern. Ingenieurinnen und Ingenieure tragen mit ihrer Arbeit eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft. Sie müssen die hohe Qualität ihrer Leistungen durch regelmäßige Fortbildungen sicherstellen.
  • Potentiellen Ingenieurnachwuchs gezielt ansprechen und unterstützen. Es gibt viele Argumente für den schönsten Beruf der Welt. Wir sorgen dafür, dass diese möglichst viele junge Menschen erreichen.
  • Die Digitalisierung im Ingenieurwesen aktiv gestalten; im Bauwesen digitale Prozesse mit Unterstützung des BIM-Clusters Rheinland-Pfalz voranbringen und standardisieren
  • uvm.

Glückwünsche zum Kammergeburtstag

Zum 40. Kammerjubiläum haben einige Freunde und Weggefährten der Ingenieurkammer Videobotschaften mit ganz persönlichen Worten zum Kammergeburtstag gesendet, über die wir uns sehr freuen und deshalb gerne mit Ihnen teilen:

Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen und seit Oktober 2020 auch Präsident der Bundesingenieurkammer.

Dr. Engelbert J. Günster, Präsident IHK für Rheinhessen

Rechtsanwalt Werner Theis

Jochen Lang, Geschäftsführer Akademie der Ingenieure

Rechtsanwältin Dr. Dr. Stefanie Theis LL.M.

HOAI-Sachverständiger Dipl.-Ing. Ulrich Welter

Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz

Dipl.-Ing. Arno Trauden, Geschäftsführer Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM)

Diplom-Ingenieur/Architekt Holger Basten, Geschäftsführer Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB)

Dr. med. Günther Matheis, Präsident Landesärztekammer Rheinland-Pfalz

Dr.-Ing. Horst Lenz, Präsident Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz